"Ein uralt Bündnis pflegen wir aus grauer Väterzeit"

Der Schützenverein Scharnhorst wurde im Jahr 1884 gegründet. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde er dann verboten. Erst im Jahre 1952 begann in Scharnhorst die Zeit des organisierten Feierns, also 7 Jahre nach Kriegsende. Willi Dralle wurde hier besonders aktiv. Er organisierte das erste Kinderschützenfest der Nachkriegszeit. Jahr für Jahr gab es von nun an ein neues Kinderschützenfest. Sehr schnell entwickelte sich das Kinderschützenfest jedoch zu einem Fest der Erwachsenen obwohl es noch keinen Schützenverein gab.
Der Ablauf dieser Feste war etwa so:

Ein König wurde durch ein Königsschießen ermittelt. In Scharnhorst war es vorläufig noch ein Kinderkönig. Es gab Preisschießen und Umzüge durch den Ort. Noch gab es keine einheitliche Schützentracht für diese Umzüge. Die Festbälle fanden im Saal des Gasthauses "Zur Post" statt. Es gab Kinderbelustigungen auf dem Schulhof. Ein Vereinsvorstand existierte zu dieser Zeit noch nicht und doch wurde alles geregelt.

Um 1960 herum, also noch vor der eigentlichen Wiedergründung des Schützenvereins Scharnhorst, gab es sogar schon eine Schützentracht für die erwachsenen Männer: weiße Jacke und schwarze Hose.

Die Gründungsversammlung des heutigen Schützenvereins Scharnhorst war am 20. Juli 1962 im Gasthaus "Zur Post" in Scharnhorst. Bürgermeister Ernst Drögemüller hatte zu dieser Versammlung eingeladen. Auf der Tagesordnung standen drei Punkte:
1.Kassenbericht
2.Wiederbegründung eines Schützenvereins
3.Wahl eines Vorstandes.

Bei dieser Wahl wurde folgender Vereinsvorstand festgelegt:
1.Vorsitzender: Ernst Drögemüller sen.;
2.Vorsitzender: Jürgen Marwede
1.Kassierer: Alfred Misselhorn;
2.Kassierer: Friedrich-Wilhelm Brese
1.Schießwart: Otto von der Ohe;
2.Schießwart: Helmut Dralle
Oganisationsleitung: Friedrich Hansen und Wilhelm Alps jun.

1964 wurde eine neue Vereinsfahne angeschafft. Die Fahnenweihe erfolgte am 19. Juli 1964, dem damaligen Schützenfest-Sonntag. Vereinslokal wurde, wie es auch schon vor dem 2. Weltkrieg gewesen war, das Gasthaus "Zur Post". Hier gab es jedes Jahr das traditionelle Königsfrühstück. Bei den Feiern am Abend spielte die Kapelle Hans Buhl. Später ist man dazu übergegangen, das Schützenfest im Zelt zu feiern. Den ersten Anlauf dazu gab es auf einer Mitgliederversammlung im August 1965. In der Nachbesprechung vom Schützenfest wurde bemängelt, dass zu wenig Sitzplätze auf dem Saal vorhanden waren. Es wurde ein Festausschuss gebildet der über die neuen Möglichkeiten über das Feiern in einem Zelt Ausschau halten sollte. Es kam jedoch noch nicht zur Verlegung des Schützenfestes aus diesem Saal in ein Zelt, weil der Festwirt Hans-Adolf Meyer sich bereit erklärte, einen neuen Anbau mit weiteren Sitzplätzen und einer weiteren Theke zu schaffen. Später, nach Fertigstellung des neuen Schützenhauses, kommt es doch zur Aufstellung eines Festzeltes sowie zur Vergabe der Bewirtung an auswärtige Gastwirte. Das geschah im Jahr 1988.

Seit der Wiedergründung im Jahr 1962 betrieb der Verein im Scharnhorster Söhren einen eigenen Schießstand, der in Eigenarbeit durch Vereinsmitglieder gebaut worden war. Bis 1987 wurde dieser Schießstand benutzt. Danach wechselte man über in den neu erbauten Schießstand am Schützenhaus.

Die Chronik des Schützenvereins Scharnhorst von 1884 e.V. steht zum download bereit.
Quellen: "Ein uralt Bündnis..." - Klaus Drögemüller / Friedrich Hansen
               Jubiläumsansprache - Otto Petersen